EIN RHEINER MORDS-FALL - KAPITEL 5

Tisch reservieren

ABWARTEN UND WEIN TRINKEN

Da standen sie also. In der Wohnung von Reto Hein in Hallau in dem umgebauten Rebhäuschen. «Tschuldigung», räusperte sich Hein als sich seine Kollegin Fabienne Pfammatter im Wohnzimmer umsah. «Meine Haushälterin kommt erst morgen», grinste er und ging schnurstracks auf einen Tisch am Fenster zu. Hier tat sich ein fantastischer Blick über das Klettgau, das Weindörfchen Hallau und die Bergkirche Sankt Moritz auf. Auf dem Tisch stand ein ziemlich neuer iMac Pro. Hein kniete sofort neben den Tisch und verfolgte das LAN Kabel bis zum Router vom Internetanbieter SASAG. «Und?», fragte Pfammatter mit den Händen in der Manteltasche und liess dabei weiter den Blick im Raum schweifen. «Alles wie es sein soll», grunzte Hein unter dem Schreibtisch und kroch wieder hervor. «Lass uns zum Hausanschluss gehen. Wo lang?», fragte Fabienne. Hein stand auf und ging voraus. Zur Haustüre raus, die Treppe hinunter und um das alte Rebhäuschen herum auf die Hinterseite. Abrupt blieb er stehen, schob Fabienne an die Wand und schob seinen Zeigefinger an seine Lippe als Zeichen still zu sein. Er zückte aus seinem Brusthalfter seine Dienstpistole, Pfammatter tat ihm gleich. Der Grund dafür war schnell ersichtlich. Das Schloss der alten Kellertüre war aufgebrochen und die Türe stand leicht angelehnt offen. Pfammatter huschte an Hein vorbei auf die andere Seite der Türe. Er zählte mit den Fingern von drei rückwärts, nahm einen Satz vor die Türe, hob sein rechtes Bein und gab der Türe einen scharfen Stoss. «Kantonspolizei Schaffhausen», rief Fabienne Pfammatter ins Halbdunkle. Hein knipste das Kellerlicht an und kontrollierte sämtliche Ecken. Pfammatter deckte ihn dabei. Nichts, der Keller war leer.  «Wäre ja zu schön gewesen», konsternierte Pfammatter. Sie steckten die Pistolen wieder in ihre Halfter zurück. Fabienne Pfammatter griff zum Handy und informierte die Spurensicherung. Hein verfolgte die Kabel, welche vom Wohnraum von oben in den Keller hinunter führten. Während Pfammatter noch am Telefon hing, öffnete Reto Hein den Steuerungskasten im Keller und pfiff dabei laut durch die Zähne. Pfammatter drehte sich zu ihm um. «Warte mal einen kurzen Moment», sagte sie zu ihrem Gesprächspartner am Telefon. «Was ist Reto», fragte sie ihren Kollegen. Hein zeigte im offenen Steuerungskasten auf ein kleines Kästchen, welches mit Krokodilklemmen an das Zuleitungskabel zum Router hing und munter vor sich hin blinkte. «Hmmm», Fabienne nickte und informierte ihren Telefonpartner über den neuesten Fund. Hein griff in seine Jackentasche und zog ein paar Plastikhandschuhe heraus. Er schaltete an seinem iPhone die Taschenlampe ein und leuchtete in den Kasten. Mit der linken Hand schob er die verschiedenen Kabel hin und her und zur Seite. «Oha», gab er erstaunt von sich und griff nach einem Fetzen zwischen den Kabeln. Er klaubte das Papier hervor und faltete dieses vorsichtig auf und staunte nicht schlecht als er las, was da stand. «Sei vorsichtig, wem Du traust und wen Du unterstützt. FLYING ANGELS.» «Verdammte Scheisse», sagte er laut und hielt Fabienne Pfammatter den Zettel hin. Pfammatter las und sagte daraufhin nur noch ins Telefon «es pressiert, schnell bitte» und legte auf. «Was soll das denn?» und schaute Hein fragend an. Dieser zuckte mit den Schultern und griff zu einer Flasche Pinot Noir Classic «Aagne» vom Weingut Gysel aus Hallau. «Abwarten und Wein trinken», schmunzelte er Fabienne an. «Komm, wir warten oben auf die Spusi.» Er deutete mit der Flasche auf den Kellerausgang. Sie verliessen den Raum und er löschte das Licht. 

 

Reto Hein hatte in seinem Wohnzimmer im Schwedenofen ein Feuer angezündet. Er hatte notdürftig sein Sofa von Zeitschriften und Zeitungen befreit und Fabienne Pfammatter und er hatten es sich gemütlich gemacht und genossen den Pinot Noir. Sie sassen ziemlich schweigend auf dem Sofa und starrten in das lodernde Feuer. Die Ruhe wurde jäh unterbrochen, als die Spurensicherung an der Türe läutete. «Bleib sitzen», sagte Reto zu Fabienne und sprang vom Sofa auf. Er hetzte hinaus, informierte die Mitarbeiter, übergab ihnen in einem Plastikbeutel das gefundene Papier und schlurfte zurück ins Wohnzimmer und liess sich neben Pfammatter aufs Sofa fallen. «Was für ein Tag», seufzte er. «Was du nicht sagst», entgegnete sie und grinste. «Ich bin durch für heute, warten wir noch was die Spusi meint.» Sie griff zum Weinglas und nippte. «Ja, warten wir ab», meinte er trocken und erhob sich wieder aus dem Sofa und tigerte unruhig hin und her. «Was soll das alles?», fragte er in den Raum ohne eine Antwort von Fabienne Pfammatter abzuwarten. «Wer steckt dahinter?» Fabienne bekam von Retos Fragerei nichts mehr mit. Sie war durch die Wärme des Feuers eingedöst. Hein nahm eine Fleece Decke und deckte sie zu. Er nahm im Ohrensessel Platz und beobachtete ihr hübsches Gesicht. Doch kurze Zeit später döste auch er ein.

 

Die Beiden schreckten gleichzeitig hoch, als der Leiter der Spurensicherung an Heins Türe läutete. Sie sprangen auf und rannten beide raus. «Und?», riefen sie im Chor. «Was Brauchbares gefunden?», fragte Pfammatter den Leiter der Spurensicherung und dieser antwortete prompt: «Fingerabdrücke keine, DNA Spuren können wir noch nicht sagen. Aber dafür ist das hier äusserst spannend.» Er hielt in einer Plastiktüte ein Gerät in die Höhe. «Was ist das denn?», fragte Hein. Der Spurensicherer holte tief Luft: «Dieses Teil wurde wild in die Internetzuleitung eingeklickt und wird von irgendwo her gesteuert und die Daten angezapft oder eingespeist. Wir müssen das Gerät im Labor analysieren. Wie und woher das Gerät stammt und wie es gesteuert wird. Das müssen wir erst noch analysieren. Okay?» Reto und Fabienne nickten. «Danke Dir», sagte Pfammatter und ergänzte: «Übrigens, für heute reicht es mit Einsätzen!» Der Leiter hatte sich schon von ihnen abgewendet und war im Begriff zu seinem Fahrzeug zurückzugehen. Er drehte sich auf dem untersten Treppenabsatz nochmals zu den Beiden um und meinte: «Das hoffe ich auch. Für heute haben mein Team und ich definitiv genug.» Er lachte, wünschte einen schönen Abend, stieg zusammen mit seinem Team in die Fahrzeuge und entschwanden in der, mittlerweile herrschenden, Dunkelheit. Hein blickte auf seine IWC Uhr am Handgelenk und sagte: «Fabienne, Schluss für heute. Das war ein unendlich langer Tag. Feierabend. Wir sehen uns morgen um zehn Uhr bei der Pressekonferenz im Schlössli Wörth am Rheinfall». Sie umarmten sich, wünschten sich einen schönen erholsamen Abend und Fabienne stieg in ihren Tesla. Hein war jedes Mal aufs Neue beeindruckt wie das Fahrzeug geräuschlos aus der Zufahrt glitt. Er schloss die Türe hinter sich, ging unter die Dusche und viel todmüde ins Bett. Er vergass dabei sogar die Nachttischlampe auszumachen.

Die Spurensicherung der Kantonspolizei Schaffhausen bei der Sicherung im Haus von Kommisar Reto Hein.

EIN RHEINFALL-KRIMI IN STÜCKEN UND ANDEREN KÖRPERTEILEN

EIN RHEINFALL-KRIMI IN STÜCKEN UND ANDEREN KÖRPERTEILEN

Kontakt

Herzlichen Dank für Ihr Interesse.

Ihre Anfrage beantworten wir so rasch wie möglich. Ihre Tischreservation nehmen wir gerne auch telefonisch entgegen: +41 52 672 18 21. Freundliche Grüsse Ihr Rheinfall Gastronomie Team

Tisch Reservieren
Herzlichen Dank für Ihre Nachricht. Ihre Anfrage wird so schnell wie möglich von uns bearbeitet.

Freundliche Grüsse
Ihr Rheinfall Gastronomie Team
Vorname
Nachname
E-Mail-Adresse
Telefonnummer
Nachricht